Jasmine Myra – Where Light Settles

Review Jasmine Myra – Where Light Settles

Das Ensemble, das Where Light Settles eingespielt hat, ist für Jazz opulent, besonders, da es keine Big Band ist: 15 Instrumentalisten und einen Dirigenten zählt das Booklet auf. Und mittendrin Jasmine Myra, britische Saxophonistin, Komponistin, Produzentin und Kopf dieser Musikerschar. Was sie zu bieten haben?

Wäre konzertant-poetischer Jazz ein passender Begriff? Jasmine Myras Kompositionen auf Where Light Settles sind durchgängig sanft. Sie sind clever arrangiert, fein verschachtelt und sacht vorgetragen. Es schafft Atmosphäre und schenkt Ruhe, die von kleinen Überraschungen durchzogen scheint. Und das Album hat etwas hypnotisches, besonders, wenn man es in Endlosschleife spielt.

Insgesamt sind es neun Stücke, die Myra für Where Light Settles geschrieben hat. Jedes glänzt auf seine eigene Weise. Fragments beispielsweise verflechtet gezupfte Streicher und Saxophon-Passagen zu einer schwingenden Melange, die dann aber in eine ganz andere, fast grüblerische Dynamik umschlägt, so als wolle das Stück eine Geschichte erzählen und erlebbar machen.

In Likeness and Shadow wiederum tänzeln die Saiten-Instrumente dagegen munter voran, um Piano und Saxophon einen Teppich zu bereiten, den anschwellende Becken überdachen, bevor alle gemeinsam in einem geradezu munteren Fluss geraten.

Um diese im besten Sinne verführerische Klangwelt zum Leben zu erwecken, stehen Saxophonistin Jasmine Myra die Flötistin Rianne Henriques, die Altflötisten Joel Stedman und Arran Kent, der auch Klarinette spielt, der Gitarrist Ben Haskins, Pianist Jasper Green, Harfenistin Slice Roberts, Kontrabassist Sam Quintana, die Violinisten Henry Rankin und Ellie Consta, Laurie Dempsey mit der Viola und Cellist Matt Carmichael sowie Jess Mollie mit dem Vibraphon und George Hall mit Drums & Percussion zur Seite. Kontrolle und Überblick verantwortet Dirigent Ozzy Moysey.

Der Mix von Greg Freeman, gemastert von Peter Beckmann, klingt in seiner raumfüllenden und überlegten Staffelung sehr überzeugend. Dynamik und Feinabstimmung sind hervorragend, die Authentizität von Holz und Blech bestrickend. Die Musik ist definiert, mit Körper und präsent, überschwemmt den Raum aber in keinem Moment. Das ist hohe Kunst, die Where Light Settles gekonnt abrundet und vollendet.

Eine sehr gelungene Einspielung mit Suchpotenzial. (Thomas Semmler, HighResMac)

Jasmine Myra, Altsaxophon, Flöte
Ben Haskins, Gitarre
Jasper Green, Klavier
Alice Roberts, Harfe
George Hall, Schlagzeug
Greg Burns, Perkussion
Ozzy Moysey, Dirigent (Ancient Infinity Orchestra)

Jasmine Myra – Where Light Settles

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