Dialoge Johanna Summer

Album Info

Album Veröffentlichung:
2026

HRA-Veröffentlichung:
29.05.2026

Label: ACT Music

Genre: Instrumental

Subgenre: Piano

Interpret: Johanna Summer

Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)

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  • Johanna Summer (b. 1995): Arrival:
  • 1 Summer: Arrival 02:08
  • Mikis Theodorakis (1925 - 2021): Sostenuto e cantabile:
  • 2 Theodorakis: Sostenuto e cantabile 02:11
  • Minako Tokuyama (b. 1958): Obstinacy:
  • 3 Tokuyama: Obstinacy 01:01
  • Johanna Summer: On a Mission:
  • 4 Summer: On a Mission 00:30
  • Kit Armstrong (b. 1992), Johanna Summer: Fugatino:
  • 5 Armstrong, Summer: Fugatino 00:36
  • Zhou Tian (b. 1981): Espressivo, poco animato:
  • 6 Tian: Espressivo, poco animato 00:47
  • Johanna Summer: I Can Only Be Me:
  • 7 Summer: I Can Only Be Me 01:58
  • Silhouettes:
  • 8 Summer: Silhouettes 00:50
  • Manolis Kalomiris (1883 - 1962): For Lila Lalaouni:
  • 9 Kalomiris: For Lila Lalaouni 02:06
  • Robert Schumann (1810 - 1856), Johanna Summer: Andantino de Clara:
  • 10 Schumann, Summer: Andantino de Clara 03:15
  • Johanna Summer: Mirage:
  • 11 Summer: Mirage 01:35
  • Mikis Theodorakis: Adagio:
  • 12 Theodorakis: Adagio 01:16
  • Minako Tokuyama: Laughing Buddha:
  • 13 Tokuyama: Laughing Buddha 00:33
  • Johanna Summer: Seeing Faces:
  • 14 Summer: Seeing Faces 01:33
  • Evening Edge:
  • 15 Summer: Evening Edge 02:12
  • Mikis Theodorakis: Andante semplice:
  • 16 Theodorakis: Andante semplice 01:14
  • Guillaume de Machaut (1300 - 1377): Douce Dame Jolie:
  • 17 Machaut: Douce Dame Jolie 02:29
  • Johanna Summer: Blue Deep:
  • 18 Summer: Blue Deep 01:31
  • Minako Tokuyama: Deva King:
  • 19 Tokuyama: Deva King 01:30
  • Johanna Summer: Your Embrace:
  • 20 Summer: Your Embrace 01:57
  • Zhou Tian: Allegro con brio:
  • 21 Tian: Allegro con brio 01:26
  • Johanna Summer: Sergei's Spirit:
  • 22 Summer: Sergei's Spirit 01:10
  • Ludwig van Beethoven (1770 - 1827): Blutmond:
  • 23 Beethoven: Blutmond 04:42
  • Minako Tokuyama: Silence, after the Temple Gong:
  • 24 Tokuyama: Silence, after the Temple Gong 01:04
  • Johanna Summer: Departure:
  • 25 Summer: Departure 01:31
  • Total Runtime 41:05

Info zu Dialoge

Welch ein Erlebnis, durch Robert Schumanns „Waldszenen“ zu spazieren und plötzlich auf ganz neue Pfade abzubiegen! So erging es dem Publikum, das beim Lucerne Klavier Fest 2023 Zeuge eines einzigartigen Austauschs zwischen der Pianistin Johanna Summer und Igor Levit wurde, welcher diese gemeinsame Begegnung im Anschluss zu seinen „künstlerisch erfüllendsten Momente der letzten Jahre“ zählte. Levit machte den Aufschlag und spielte das erste Stück des romantischen Zyklus im Original, Summer nahm den Faden der jeweiligen Miniatur auf und lieferte mit einer Improvisation über das Gehörte ein Paradebeispiel ihrer musikalischen Intuition. Nichts an diesem Abend war abgesprochen, der Dialog zwischen Schumanns Klassikern und Summers Variationen entstand frei und ganz aus dem Moment heraus.

Für Johanna Summer, deren Zusammenarbeit mit Andreas Brandis als Produzenten bereits die vielbeachteten Alben Resonanzen und Cameo hervorgebracht hatte, wurde dieses Konzert in Luzern zum Anstoß für das neue Album Dialoge. Das Setting: Vier Duos zusammen mit den Pianist*innen Claire Huangci, Kit Armstrong, Danae Dörken und Igor Levit, jeweils an zwei Flügeln. Das Ziel: ein freier Austausch zwischen Tradition und Gegenwart, Komposition und Improvisation. Hinsichtlich des Repertoires sollten sich Summers Studiogäste die größtmögliche Freiheit nehmen, wie die Pianistin erklärt: „Ich bat sie, Stücke mitzubringen, mit denen sie sich identifizieren können. Und es sollte in Ordnung sein, wenn ich dann noch etwas hinzufüge.“

Johanna Summer wusste bis zum ersten gespielten Ton nicht, für welche Werke sich ihre Gegenüber entschieden hatten. Um der Musik gegenüber völlig unvoreingenommen zu sein, verließ sie sogar den Raum, wenn sich ihre Kolleg*innen vor der Aufnahme einspielten. Aus diesem Überraschungsmoment heraus ergibt sich die enorm risikofreudige, dynamische Wirkung, die „Dialoge“ beim Hören hinterlässt. Besonders reizvoll war es für Summer, in die sehr persönliche Musikauswahl ihrer Duopartner*innen einzutauchen. Sie erläutert: „Danae wählte als Halbgriechin einen griechischen Schwerpunkt, mit Kompositionen von Manolis Kalomiris oder Mikis Theodorakis. Das Prelude von Zhou Tian wurde direkt für Claire geschrieben, die beiden kennen sich seit Studienzeiten. Igor hat mit dem ‚Andantino de Clara‘ wiederum ein Stück aus der Feder von Robert Schumann mitgebracht – das passte nach unserer gemeinsamen Vorgeschichte natürlich hervorragend. Und Kit hat bereicherte auf unkonventionelle Weise das Programm mit spontanen Zitaten aus seinem Repertoire – von der Renaissance bis in die Wiener Klassik.“

Das improvisatorische Weiter-Erzählen klassischer und zeitgenössischer Werke ist weitaus weniger üblich als das freie Spiel über Jazz- oder Pop-Standards. Mancherorts sorgt Summers ungewöhnliche Spielhaltung für Irritationen. So befand ein arrivierter Klassik-Kritiker nach umjubeltem Auftritt der Pianistin beim Lucerne Klavier Fest, diese Art von Umgang mit der Klaviertradition „passe in unsere fake-verliebte Gegenwart, in der zwischen Original und Fälschung immer weniger unterschieden wird.“ Fragt man Johanna Summer selbst nach dem Wie und Warum, wird schnell klar, dass es ihr nicht darum geht, der europäischen Klassik des Effekts wegen ein neues Gewand aufzuzwingen. Vielmehr geht es ihr um eine persönliche und zutiefst aufrichtige Sicht auf die musikalischen Vorlagen. „Mich interessiert am meisten: was will uns dieses Werk sagen? Welche Haltung, welche Energie steckt darin – und wie übersetze ich sie in mein persönliches Vokabular, das sich eben nicht nur aus der Klassik speist? Es geht darum, die Essenz des Stücks für sich selbst zu erkennen und eine Deutungsweise zu entwickeln. Im Prinzip macht jeder klassische Pianist mit seiner Interpretation nichts anderes. Die schönsten Momente sind die, in denen man unerwartet ein kleines Juwel entdeckt, sei es eine hübsche Phrase oder eine ungewöhnliche Akkordkombination, und erstmal wie verzaubert ist. Das erinnert mich an das Gefühl, dass, wenn ich als Kind einen Schrank aufräumte, ich manchmal ein längst vergessenes Spielzeug darin wiederfand. Und plötzlich entfaltet sich daraus ein ganzer Kosmos an Kreativität.“

Ist das nun Klassik? Oder Jazz? Und ist das überhaupt wichtig? Johanna Summer empfindet sich eher nicht als „Jazzpianistin“. Am besten einfach: Pianistin. Klavier-Ikone Joachim Kühn, selbst ein großer Brückenbauer zwischen Genres und Epochen, nennt das, was Johanna Summer macht „Musik voller Phantasie und ohne Kategorie“. Ob solistisch improvisierend, im Duo mit klassischen Musiker*innen oder im Umfeld von Grenzgängern wie Malakoff Kowalski oder Chilly Gonzales – Johanna Summers musikalische Vorstellungskraft scheint keine Grenzen zu kennen. Jede Begegnung mit dem Instrument und anderen Künstler*innen ist ein neuer Aufbruch. Und Johanna Summer klingt dabei immer ganz nach sich selbst.

Johanna Summer, Klavier
Claire Huangci, Klavier
Danae Dörken, Klavier
Kit Armstrong, Klavier
Igor Levit, Klavier




Johanna Summer
wuchs im sächsischen Plauen auf und begann dort im Alter von 7 Jahren zunächst mit klassischem Klavierunterricht. Auf der Suche nach einer Musik, die aus dem Moment heraus entsteht und spontan mit Anderen gespielt werden kann, fand sie zum Jazz. Kurz vor dem Abitur beschloss sie, sich ganz auf diese Musik zu konzentrieren.

Sie absolvierte ein Bachelorstudium an der Hochschule in Dresden. Hier kam sie in einem Kurs der Free-Jazz-Legende Günter Baby Sommer mit freier Improvisation in Berührung. Fasziniert von der Unmittelbarkeit dieser Musik begann sie Solokonzerte zu geben – zunächst ausgehend vom Kanon des »Great American Songbook«, jedoch immer mit einer offenen und flexiblen Spielhaltung und ohne zurechtgelegte Setlist. Nach und nach wandte sie sich immer mehr ihren musikalischen Wurzeln zu und suchte nach Wegen, klassische Musik in einen improvisatorischen Kontext zu setzen. Ihr erstes Programm »Schumann Kaleidoskop« befasste sich mit Kompositionen von Robert Schumann und wurde 2021 für den Deutschen Jazzpreis nominiert.

Johanna war Mitglied im Bundesjazzorchester (Bujazzo) und ist regelmäßig zu Gast bei nationalen und internationalen Jazz- und Klassikfestivals. Anfang 2023 beendete sie ihr Masterstudium an der HfMT Köln und und lebt aktuell wieder in Dresden. Im Januar 2023 wurde ihr neues Soloalbum »Resonanzen« veröffentlicht, auf dem sie das Konzept ihres Debütalbums vertieft und Stücke aus verschiedenen Epochen zur Grundlage ihres musikalischen Weiter-Erzählens macht.



Booklet für Dialoge

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