Die Alten Lieder Hannes Wader
Album Info
Album Veröffentlichung:
2026
HRA-Veröffentlichung:
30.10.2026
Das Album enthält Albumcover Booklet (PDF)
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- 1 Introduktion 02:17
- 2 Alte Seelen 07:47
- 3 Text: Jenseits des Tales 01:01
- 4 Jenseits des Tales 04:36
- 5 Text: Der Lindenbaum 01:05
- 6 Der Lindenbaum 03:33
- 7 Text: Die Loreley 01:03
- 8 Die Loreley 03:13
- 9 Text: Twei Kunnigeskinner 00:46
- 10 Twei Kunnigeskinner 04:53
- 11 Text: Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde 01:02
- 12 Vor meinem Vaterhaus steht eine Linde 03:04
- 13 Text: Memento 01:02
- 14 Memento 00:41
- 15 Guter Mond 03:36
- 16 Text: Bona Nox 01:20
- 17 Bona Nox 01:24
- 18 Text: In des Gartens dunkler Laube 03:23
- 19 In des Gartens dunkler Laube 05:21
- 20 Text: Silver Threads Among the Gold 01:27
- 21 Silver Threads Among the Gold 03:20
- 22 Nun leb wohl, du kleine Gasse 02:36
- 23 Gute Nacht 01:08
- 24 Die Antwort weiß ganz allein der Wind 02:18
- 25 Text: Les copains d'abord 03:11
- 26 Les copains d'abord 03:27
- 27 Text: Le métèque 00:49
- 28 Le métèque 04:57
- 29 Text: Zug der Schwäne 00:40
- 30 Zug der Schwäne 02:35
- 31 Text: Nun stirbt das Meer 02:21
- 32 Text: Zwei Musketiere 02:58
- 33 Zwei Musketiere 04:27
- 34 Text: Das Steigerlied 02:13
- 35 Das Steigerlied 03:10
- 36 Text: Heute hier, morgen dort 00:24
- 37 Heute hier, morgen dort (Ur-Fassung) 02:54
- 38 Lucille 03:29
- 39 Text: Kaffee schwarz, Zigarette 00:35
- 40 Kaffee schwarz, Zigarette 02:33
- 41 Text: Sommermärchen 00:33
- 42 Sommermärchen 02:21
- 43 Text: The Windmill 03:25
- 44 The Windmill 03:55
- 45 Text: Im Garten 00:27
- 46 Im Garten / Dans le jardin 02:48
Info zu Die Alten Lieder
Für Hannes Wader sind „Die alten Lieder“ weit mehr als Musikstücke – sie sind Wegbegleiter seines Lebens. Doch „Rückblicke auf das eigene Leben“, gesteht Wader, „können manchmal quälend sein“. Halt und Trost fand der inzwischen 83-jährige Liedermacher in der Beschäftigung mit seinem neuen Album. Zu den besonders bewegenden Momenten des Albums zählen Waders Erinnerungen an die Lieder seiner Kindheit und mit besonderer Wärme erinnert sich Hannes Wader an das Jahr 1967, als er Reinhard Mey kennenlernte. Die erste gemeinsame Clubtournee zählt für Wader rückblickend zu den schönsten Erinnerungen seines Lebens. Sogar die Tradition der Arbeiterlieder, mit der Hannes Wader wohl für immer in Verbindung gebracht werden wird, klingt auf „Die alten Lieder“ an. So reiht sich musikalisches Fundstück an Fundstück. Zwischendurch setzt Hannes Wader mit seiner tiefen und ausdrucksstarken Stimme stille Akzente, wenn er Gedichte wie Mascha Kalékos „Memento“ rezitiert. Für Überraschungen sorgen besondere Wiederentdeckungen, die lange verborgen in den Archiven lagen: Allen voran die wieder aufgetauchte Urfassung seines Klassikers „Heute hier, morgen dort“ – eine Rarität, die selbst langjährige Fans erstaunen und begeistern dürfte. Als sich Hannes Wader im November 2017 von der Bühne verabschiedete, resümierte er gegenüber einer großen Tageszeitung: „Meine Lieder brauchen mich nicht mehr.“ Ein Satz, der traurig stimmt und nachhallt – und doch, bedenkt man es recht, wohl stimmt: Waders Lieder gehen längst ihre eigenen Wege, sind ins kollektive Gedächtnis eingegangen und ihrerseits längst selbst zu Volksliedern geworden. Zugleich zeigt das neue Album: Die alten Lieder brauchen Hannes Wader – seine Stimme, seine Interpretation, seine Fähigkeit, ihnen Bedeutung für die Gegenwart zu verleihen. Das ist beeindruckend aufrichtig, zeitlos und berührend.
Hannes Wader, Gesang, Akustikgitarre
Hannes Wader
(23. Juni 1942 in Bethel bei Bielefeld als Hans Eckard Wader) ist ein deutscher Musiker und Liedermacher.
Er gilt neben Reinhard Mey und Konstantin Wecker, Dieter Süverkrüp und Gerhard Schöne als einer der letzten großen deutschen Liedermacher im traditionellen Sinne. Zunächst bekannt geworden als sozialkritischer Chansonnier, der Einfluss auf die Studentenbewegung ausübte, wandte sich Wader später dem traditionellen deutschen und plattdeutschen Liedgut zu. Seit Ende der 1970er Jahre begann er sich verstärkt als DKP-Mitglied zu engagieren und trat auf zahlreichen politischen Veranstaltungen auf. Arbeiterlieder und sozialistische Hymnen, die damals einen wichtigen Teil seines Repertoires ausmachten, trägt er heute allerdings kaum noch vor. Seit den 1990er Jahren interpretiert Wader verstärkt Werke von Dichtern früherer Epochen wie Joseph von Eichendorff und Carl Michael Bellman.
Ursprünglich war Wader stark beeinflusst vom französischen Chansonnier Georges Brassens und von Bob Dylan. In der Folge wurde sein Werk ab den 1970er Jahren von den Meistern des traditionellen, speziell anglo-amerikanischen Folk Blues inspiriert. Seine eigenen lyrischen Texte sind zumeist auch mit eigenen Kompositionen unterlegt und oft autobiographisch geprägt. Einige Vertonungen Waders wurden Volkslieder und finden sich in einschlägigen Publikationen wie der Mundorgel. Als sein wohl bekanntestes Lied gilt Heute hier, morgen dort.
Leben und Werk, Kindheit und Jugend
Im Jahre 1942 wurde Hannes Wader in dem Ort Bethel bei Bielefeld (heute zu dessen Stadtteil Gadderbaum gehörig) als Sohn eines Landarbeiters und einer Putzfrau geboren. Er wuchs in ärmlichen Verhältnissen mit zwei acht und neun Jahre älteren Schwestern auf. Im Alter von drei Jahren sammelte er bei Familienfesten erste Auftrittserfahrungen. 1948 wurde er eingeschult.
Nach dem Schulabschluss begann Wader eine dreijährige Lehre als Dekorateur in einem Schuhgeschäft und arbeitete anschließend noch drei Jahre in diesem Beruf. Während dieser Zeit lernte er Mandoline und Gitarre. 1957 starb sein Vater im 55. Lebensjahr. Nach eigenen Angaben hatte Wader nie Freude an seinem Beruf. Er wurde mit der Zeit immer nachlässiger und 1962 entließ ihn sein Chef schließlich wegen „Unfähigkeit, Streitsucht und Musizierens während der Arbeitszeit“. Wader hatte ihm im Streit „ein paar Schuhe vor den Wanst“ geworfen.
Beginn der Liedermacherlaufbahn
Noch während seiner Lehrzeit unternahm Hannes Wader die ersten Schritte als Musiker. Er begann sich für Jazz zu interessieren, spielte Klarinette und Saxophon. Wader trat in eine Amateurband ein und wurde dort, im kleinen Kreis, als musikalisches Wunderkind gefeiert. Nach seiner Kündigung 1962 spielte Hannes Wader in verschiedenen Jazzkapellen und trat als Klarinettist und Saxophonist in Bars und Lokalen auf. Noch im selben Jahr lernte er eine Modegrafik-Studentin kennen, die ihn dazu bewegen konnte, ein Grafik-Studium an der Werkkunstschule in Bielefeld zu beginnen. Wader begann wieder zu zeichnen, bewarb sich für ein Studium und wurde angenommen.
Er studierte drei Semester, bekam Ärger mit Dozenten und entschloss sich, Bielefeld zu verlassen. Mit einer Mappe unter dem Arm reiste er per Anhalter nach West-Berlin, um sich an der Akademie für Graphik, Druck und Werbung, der heutigen Universität der Künste, anzumelden, wo er auch angenommen wurde. Während dieser Zeit (1962/63) hörte Wader zum ersten Mal Georges Brassens und war „ungeheuer fasziniert”. An dessen Bandbreite von Zynismus bis Zärtlichkeit – musikalisch nur sparsam unterlegt, aber ausgefeilt bis ins Detail – orientierte sich Hannes Wader vornehmlich in seinen ersten Gehversuchen als Liedermacher. Der Kontakt mit der Musik des französischen Chansonniers kann wohl als Initialzündung und erste Inspirationsquelle für Waders Werk bezeichnet werden. Er begann, selbst zu singen, Gitarre zu spielen und eigene Lieder zu schreiben. Das Loch unterm Dach war seine erste Komposition.
Wader führte vorerst sein Studium fort, weiterhin in der Absicht, Grafiker zu werden. Er hörte zum ersten Mal vom Festival Chanson Folklore International auf der Burg Waldeck. Dort, wo auch die in der West-Berliner Folkszene aktiven Reinhard Mey, Katja Ebstein, Schobert und Black und Ingo Insterburg ihre Karriere begannen, hatte er Pfingsten 1966 selbst seinen ersten großen Auftritt, welcher als musikalischer Durchbruch bezeichnet werden kann und Wader bekannt machte. Anscheinend war der Liedermacher von seiner Performance zunächst nicht so begeistert wie das Publikum, außerdem ging dabei auch einiges schief.
Anfang 1967 brach er sein Grafik-Studium ab, wurde aber im selben Jahr noch von Hans A. Nikel, dem damaligen Herausgeber des Satire-Magazins Pardon, für ein Dreivierteljahr als Layouter engagiert, weil ihm seine Lieder gefielen.
Schnell begann Wader in der bereits lebendigen Liedermacherszene West-Berlins Fuß zu fassen. Er stand jeden Abend auf bis zu fünf Bühnen. In der Folgezeit tourte Wader mit Reinhard Mey durch Kneipen und Clubs – ihre Auftritte waren gefragt, doch ihr Repertoire an Liedern war noch relativ klein, so dass sie einige ins Französische übersetzten und jeweils zweimal vortrugen, um den Abend füllen zu können. ...
Booklet für Die Alten Lieder
